• Patricia Tippenhauer, geboren 1960 auf einem Küchentisch in Ostwestfalen
  • Nach der Ausbildung zur Erzieherin, 1980 ausgewandert nach Madrid/ Spanien
  • Ausbildung in Meisterwerkstätten für Fassmalerei
  • 1985-1997 Eigene Werkstatt für Bilderrahmenbau/ Ausstellungen mit Bildern aus Emaille
  • 2001-2006 Nach Volontariat Chefreporterin und Journalistin 
  • 2006 zurück in Deutschland/ Hamburg
  • Mitgründerin des Kunst- und Kulturvereins Vereins DulsArt. Eigene Kunstausstellungen/Teilnahme an Gemeinschaftsausstellungen
  • 2011/2012 Fernstudium Psychologie.
  • Einweihung in  Reiki- Grad I und Grad II von Usui Shiki Ryoho durch Christian Rondthaler
  • 2013 Einweihung in den Reiki Meister- und Lehrergrad 
  • 2012 bis 2019: Personalvermittlerin
  • 2021 Weiterbildung zum Alltagscoach mit Zusatzqualifikation zur Sterbe-und Trauerbegleitung
  • Buchautorin und Verfasserin von Kurzgeschichten

Wir alle mögen Geschichten. Am liebsten wahre. Hier ist meine:

Lange Zeit meinte das Leben es gut mit mir. Ich surfte beschwingt auf dem Wellenkamm. Auch in Spanien, wohin ich mit 20 Jahren auswanderte und lange fröhlich und unbeschwert mit einem spanischen Mann und zwei wundervollen Töchtern an meiner Seite, im schönen Haus lebte. Vor der Tür ein dickes Auto. Zwar hart mit den eigenen Händen erarbeitet und doch war mein Leben eher rosig.  

Und gerade als alles so schön rund lief, sog es mich in ein dunkles Tal. Eine strudelnde Abwärtsspirale riss mich in die Tiefe. Wie konnte das mir geschehen? Mir deutschen Eiche, stark und unerschütterlich. Ich wehrte mich aus Leibeskräften, erfolglos.  Eine höhere Macht zog mich an unsichtbaren Fäden in ein Fass ohne Boden. Irgendwann lag ich dort. Am Boden. Es schien das Ende zu sein. Das war es auch.

Ich fühlte mich hilflos, deprimiert. Dann wurde ich wütend. Auf meine Eltern, wegen ihrer Erziehung, auf meine Lehrer, die mich unnützes Zeug gelehrt hatten, auf meinen Mann, der mich nicht zu verstehen schien. Und insbesondere wütend auf Gott. Warum ließ er zu, dass mir das alles geschah? Was hatte ich schon falsch gemacht oder Böses angestellt, dass ich solche Strafe verdient hatte?

Darüber dachte ich nach und stellte fest: Mir war wichtig, dass die Menschen in meinem Umfeld glücklich waren und es ihnen wohl erging. Dass mir das Kreuz schmerzte, von körperlich anstrengender Arbeit über zehn Stunden am Tag in unserer Werkstatt, nahm ich billigend in Kauf. Gern war ich für die Kinder da, kochte zwei Mal am Tag ein warmes Menü, versorgte Hund, Katze, Kanarienvögel und Enten, arbeitete am Wochenende im 2000 qm großen Garten, bewirtete Familienangehörige meines Mannes, die aus Madrid zu uns aufs Land kamen, um sich in der Natur und am üppig gedeckten Tisch zu erholen. Wo nahm ich die Zeit dafür her und vor allem: Wo blieb ich dabei? Auf der Strecke, fiel mir endlich auf.

Also bin ich nicht bestraft, sondern beschützt worden. Vor mir selbst. Weil ich einen fetten blinden Fleck hatte. Der verhinderte zu erkennen, dass ich dabei war, mich selbst zu zerstören. Die Glühbirne ist mir irgendwann aufgegangen. Natürlich war ich es, die es geschafft hat, wieder aufzustehen. Heute weiß ich auch, dass ich ein schöpferisches Wesen bin und eigenverantwortlich für mein Leben. Jeder ist seines Glückes Schmied. Doch wer hat mir meinen Selbsterhaltungstrieb damals bewusst gemacht? Mal nenne ich es göttliche Fügung, mal Schutzengel oder höhere Führung. Manchmal scheint auch meine Oma die Finger im Spiel zu haben. Jedenfalls spüre ich: Sie stehen mir zur Seite und erinnern mich daran, wer ich wirklich bin: Eine Seele, die eine körperliche Erfahrung macht. Das zu erkennen nenne ich Gnade.